Start der Allgäu-Orient-Rallye 2017

Dauerregen prasselt, die Wolken hängen tief und es ist verdammt kalt… Thomas und ich lassen es uns dennoch nicht nehmen, zum Start der Allgäu-Orient-Rallye 2017 zu fahren. Gespannt fahren wir um 7:00 Uhr morgens Richtung Oberstaufen. Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht und im Allgäu hängen die Wolken in den Tälern.

Uns fällt auf, dass es deutlich weniger Teams bzw. Autos sind als im letzten Jahr. Im Startzelt sprechen die geistlichen der verschiedenen Religionen gerade ihre Segensworte und wir schlendern durch den verlassenen Fuhrpark. Der Dachträger eines tollen Volvo von Anfang der 80er ist direkt aufs Dach geschweißt – clever. Zwei Teams fahren komplett mit Kleinbussen – drei T4 bzw. 2 V-Klasse und ein T4. Auch ein Feuerwehrauto ist wieder dabei (Team Bordercross), sogar deutlich größer als im letzten Jahr. Team Fehlzündung ist wieder mit von der Partie, diesmal zu viert in zwei Opel Frontera, unter dem Motto “pink is back” 🙂 Auch der gelbe A8 von Manuel “Mopedmarathon.at” Ribis ist wieder da – Manuel fährt dieses Jahr im OK Team mit. Das Team von Mercedes Benz Classic, in diesem Jahr AOR-Sponsor, hat auf einem Fahrradträger am Heck einen Smoker montiert. Die Fahrzeuge, ein E-Klasse T-Modell und eine A-Klasse, kommen ansonsten arg nüchtern daher. Und nicht zuletzt gibt es auch diesmal wieder ein Doppelteam mit 6 Autos: The Fast und de Voglwuidn – OrientDrift. Es macht Spaß, die ganzen lustigen Bemalungen, waghalsigen Dachträgerkonstruktionen, Front-Scheinwerfer und -Lautsprecher, Kuscheltierkühlerfiguren und Duschwasseranlagen zu begutachten.

Vor dem Start sprechen wieder diverse Abgesandte ihre Grußworte. Natürlich werden alle von Wilfried ordentlich mit Titeln versehen, so dass unter anderem der jordanische Präsident und der stellvertretende Bürgermeister von Ankara anwesend sind. Also der jordanische OKler und der 2. Bürgermeister von Haymana, der Schlapphüte für die Fahrer und etwas Werbung mitgebracht hat. Das Siegerteam vom letzten Jahr, No Camel No Cry hat für dieses Jahr einen Pokal gestiftet – ihr Pokal aus 2016 war ihnen zu mickrig 😀 . Sie haben es leider nicht geschafft, das Kamel in die Schweiz einzuführen. Oder vielmehr hat die Türkei es nicht geschafft, von der Schweiz als kamelexportierendes Land anerkannt zu werden. Stattdessen hat sich das Team in der Schweiz ein junges Kamel gekauft und kam so noch zum Kamel in den Alpen. Und ganz besonders wichtig: das Rote Pferd ist wieder mit dabei!!!

Der Start verläuft, wie wir es kennen. Wir möchten jetzt am liebsten selbst in einem der Autos sitzen. Deshalb überlegen wir nachher kurz, den verlassenen Wagen mit laufendem Motor in der Startaufstellung zu kapern – als seine Fahrer wieder auf der Bildfläche erscheinen. Wir machen uns auf den Weg, den Teams beim ergattern des Roadbooks zuzusehen. An der Hündlebahn sind lediglich die Rosen abzustellen. Und wir trauen unseren Augen kaum: es wurde tatsächlich ein Rosengarten mit den Rosen von 2016 angelegt! Das freut uns 🙂

Das abstellen der Rosen ist ziemlich traurig – man muss schon wissen, was man sucht. Außer einem Sonnenschirm auf dem leeren Bergbahnparkplatz ist weit und breit nichts und niemand zu sehen. Das Team OrientDrift ist gut vorbereitet, hat sofort einen Spaten bei der Hand und pflanzt die Rose kurzerhand direkt ein. Das ist ein Einsatz 🙂

Ein Stück weiter, kurz vor Immenstadt, steht dann die erwartete Ansammlung der Rallyeautos. Die Teams müssen in einem Klettergarten die Roadbooks ergattern. Auch hier ist allerdings kein großes „Hallo“.

Man kann die Teams wirklich nicht beneiden, dass sie bei diesem Mistwetter ihren Start haben. In der Startaufstellung war wetterbedingt eher ruhig. Trotzdem werden sie alle ihren Spaß haben. Wir dachte gerne an den Start im Vorjahr zurück, ein emotionaler Moment, nach der langen Vorbereitung.

Gute Fahrt für alle 2017er Teams!

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